Gold kaufen als sichere Geldanlage

Als Geldanlage erfreut sich Gold insbesondere in Krisenzeiten großer Beliebtheit. Primäres Motiv der meisten Anleger ist dabei nicht die Erwartung rascher Kursanstiege, sondern die Sorge vor Wertverlusten anderer Anlageformen. Typischerweise entwickelt sich der Goldpreis daher gegenläufig zu den Aktienmärkten. Die Nachfrage nach Gold steigt, weil Anleger eine sichere Alternative suchen, wenn ihnen Aktien als Anlage zu unsicher erscheinen. Insofern war die Entwicklung im Jahr 2010 untypisch, da der Goldpreis und die Aktienkurse zeitgleich deutlich stiegen. Dies war im Wesentlichen eine Folge des dauerhaft niedrigen Leitzinses der Europäischen Zentralbank, durch den zusätzliches Geld in den Wirtschaftskreislauf gepumpt wurde. Dadurch stieg die Nachfrage nach nahezu jeder Form der Geldanlage, weswegen z.B. auch die Preise für Rohstoffe, Getreide und Luxusimmobilien deutlich stiegen.

Die historische Rolle des Goldes

Ursprünglich wurde der Wert von Währungen durch entsprechende Goldreserven der jeweiligen Notenbanken garantiert. Papiergeld war also nichts anderes als ein Gutschein, der bei der jeweiligen Notenbank jederzeit in Gold eingetauscht werden konnte. Dieses Prinzip wurde später aufgegeben, in Deutschland beispielsweise im Jahr 1914. Seitdem besteht kein Anspruch mehr, Papiergeld jederzeit zu einem festgelegten Kurs in Gold eintauschen zu können. Dennoch hat Gold seine Rolle als Absicherung des Wertes von Papiergeld nie gänzlich verloren. Wer seine Ersparnisse heute durch Gold gegen einen befürchteten Wertverlust des Geldes absichern will, muss allerdings selbst aktiv werden und Gold kaufen.

Anlagen in Gold sind sicher

Gold wird frei gehandelt, der Kurs schwankt täglich. Die exakte zukünftige Entwicklung des Kurses ist selbstverständlich nicht exakt vorhersagbar. Insofern darf die Aussage, dass Goldanlagen sicher sind, nicht falsch interpretiert werden: Selbstverständlich kann der Kurs auch sinken. Ausgeschlossen ist jedoch ein Totalverlust, auch größere Wertverluste sind extrem unwahrscheinlich. Eine Anlage in Gold bietet also die Möglichkeit, seine Ersparnisse in Krisenzeiten insofern abzusichern, dass nur moderate Verlustrisiken bestehen. Dafür sorgt der eingangs beschriebene Effekt, dass Gold insbesondere in solchen Krisenzeiten typischerweise an Wert gewinnt. Nicht empfohlen werden kann jedoch, sein gesamtes Vermögen in Gold anzulegen. Besser erscheint eine Mischung aus Gold und z.B. Aktien, um dem Portfolio aufgrund der Gegenläufigkeit der Kursentwicklungen eine gewisse Wertstabilität zu verleihen.

Die mittelfristigen Perspektiven von Gold

Wie gesehen, ist der Goldpreis ein Indikator für das allgemeine Vertrauen in die Wertstabilität der Papierwährungen. Es wäre übrigens falsch, hier nur den Euro im Blick zu haben, denn Gold wird auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt. Dessen Wert wird – genau wie der Wert jeder andern Währung – durch das Verhältnis der Geldmenge zu den realen Werten des jeweiligen Wirtschaftsraums bestimmt. Nimmt die Geldmenge zu, ohne dass dem ein reales Wachstum gegenübersteht, schwindet das Vertrauen in die Währung. Unter diesem Aspekt ist die Entwicklung in den USA alarmierend, die Probleme einiger Euro-Staaten wirken dagegen vergleichsweise klein. Selbst gemäß den nach Ansicht vieler Experten geschönten offiziellen Zahlen steigt die Verschuldung der USA täglich um 1,7 Mrd. Dollar! Von einem Wachstum, das dieser Neuverschuldung auf der Habenseite gegenüber stünde, kann keine Rede sein. Es spricht also wenig dafür, dass die Nachfrage nach Gold als wertstabiler Anlage kurz- oder mittelfristig deutlich zurückgehen wird.

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